Freitag, 10. Juni 2011

Behördengedöns

Ich: will Führerschein umschreiben lassen.
Behörden: wollen es mir so umständlich wie möglich machen.
Ich: stelle fest, daß es hier genau so läuft wie in Down Under. Effizient, schnell und reibungslos...öh...oder so.

Samstag waren wir in der Führerscheinstelle des Kreisstädtchens, wo die zuständige Dame vollkommen überfordert war ob der vielen Ein- und Ausreisestempel des Reisepasses. Nein, könne sie nicht akzeptieren, wir bräuchten eine Meldebescheinigung. Als wir ihr geduldig erklärt haben, daß wir keine An- und Abmeldebescheinigung haben, da wir die ganze Zeit in Deutschland gemeldet gewesen sind, war sie wieder überfodert und hat uns auf ihren Cheffe verwiesen. Zwischenzeitlich hieß es noch, daß wir eine Übersetzung des Führerscheins bräuchten. Diese benötigte Übersetzung, die mich um die 50 Euronen gekostet hätte, bezog sich auf eine einzige Zeile, nämlich "Licence Class", der Rest war Adresse etc. Ich war schon wieder auf 180, als ich das gehört habe. Zzum Glück hat mir aber der Chef der überforderten Dame versichert, daß es auch ohne Übersetzung ginge. Wenigstens etwas.

Nun, um das Ganze abzukürzen, haben wir es Montag morgen noch mal hier in der Zweigstelle versucht, in der Hoffnung, daß die sich kooperationsbereiter geben würden. Taten sie nicht, sie konnten das nicht machen. Überforderung pur bei dem zuständigen Sachbearbeiter.

Ich bin also gestern, nach Abklärung mit dem Chef der Abteilung, wieder ins Kreisstädtchen gefahren, mit allen erfoderlichen Unterlagen. Statt alles abzustempeln und zu erledigen, habe ich ein Formular ausgehändigt bekommen, daß ich mit den Unterlagen im Rathaus abgeben muß. Die Unterlagen werden dann ins Kreisstädtchen zur Führerscheinstelle geschickt...ich muß dazu jetzt nichts sagen, oder? Zur Krönung hat man mir hier im Rathaus heute morgen noch gesagt, daß ich gestern doch die Gebühren hätte bezahlen müssen, das könne ich hier nicht machen...aaaahhhhhhh!!!

Effizienz pur. Oder so etwas ähnliches.  Mir scheint, daß die überforderten Leute von den Behörden denken, daß der Rest der Welt nichts anderes zu tun hat, als ihnen mit ihren Anliegen auf die Nerven zu fallen. Und da wir ja nichts anderes zu tun haben, haben wir ja auch die Zeit, stundenlang fröhlich von Behörde zu Behörde zu pilgern.


Seit dem alten Rom hat sich scheinbar garnix geändert...

Kommentare:

Maike hat gesagt…

Wir hätten fast wegen so'nem Behördengedöns unsere Hochzeit abgesagt :-)
Bei uns ging es um das Wort 'Kopie' das versehentlich auf der Urkunde stand. 'Abschrift' wäre richtig gewesen. Also alles von vorne. Und dann sind wir vor der Hochzeit umgezogen. Böser Fehler. Also wieder alles von vorne. Und wenige Tage vor der Hochzeit flatterte ein Brief in's Haus in dem es hieß wir können nicht heiraten weil mein (jetziger!) Mann 'ledig' und nicht 'geschieden' angegeben hat. Also nochmal. Aber irgendwie hat's dann doch geklappt :-))

Susi Sonnenschein hat gesagt…

Ich wäre im Krankehaus gelandet. Führerschein ist ja nur ein Ärgernis, das sich relativ leicht beheben läßt, aber eine Hochzeit, die über Monate geplant wird? Du meine Güte, ich weiß nicht, ob ich das ausgehalten hätte.
(Bei uns wäre es ja auch fast schiefgegangen, da die Braut aus irgendeinem Grund 30 Minuten zu spät gekommen ist...wir hatten uns verfahren...*räusper*)

Maike hat gesagt…

Irgendwann konnten wir nur noch darüber lachen.
Und als der Standesbeamte während der Trauung meinte dass man für die Heiratsurkunde keine Gebühren bezahlen muss (quasi ein Geschenk vom Amt) meinte mein Mann nur dass ihn das jetzt wirklich wundert. Und hatte die Lacher im Publikum auf seiner Seite :-)

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