Donnerstag, 14. April 2011

Der Tag heute: Bitte streichen!

Mein Sohn trödelt. Extrem. Er braucht, ungelogen, ungefähr eine Stunde bis er endlich mal zu Potte kommt. Wir stehen z.B. um halb sieben auf, wenn Mössjöh um halb neun in den Kindergarten muß; immer die guten Ratschläge diverser Mütterratgeber befolgend, nach dem Motto: "Dann stehen Sie halt eine halbe Stunde früher auf, um Streß zu vermeiden." Komisch, daß nie erwähnt wird, daß es dadurch nur eine halbe Stunde mehr Streß gibt.

Und so ging es heute den ganzen Tag. Mössjöh brauchte über eine Stunde um sich für den Gang zur Bücherei fertig zu machen. Eine Hose, ein paar Socken und ein paar Schuhe sollte er anziehen, eigentlich eine Sache von zwei Minuten. Maximal. Aber nein, nicht bei dem Knilch. Und so stehe ich da, treibe ihn an, erinnere ihn, treibe an, merke, wie ich von Minute zu Minute wütender werde und es so unglaublich blöd finde, da zu stehen und zu sagen: "Komm, Mach, Zieh dich an, wo hast du die Schuhe / Socken / Hose hingetan..."

Der Weg zur Bücherei hat eine halbe Stunde veranschlagt, bei dem der Sohn im Schneckentempo neben mir hergeschlurft ist und mir - wenig überzeugend, wie ich finde - zu erklären versuchte, daß er nur flitzen könne. zum Einschlafen war das. Und ich daneben, augenrollend wartend: "Komm jetzt, mach endlich, komm, schlaf nicht ein...Platte kaputt, Platte kaputt, Platte kaputt..." ich weiß ja auch, daß es nichts bringt, ständig den gleichen Schei* von sich zu geben. Er schaltet dann nur noch ab, aber denkt da mal einer dran, wenn man auf 180 ist und einem sonst nix besseres einfällt.

Beim Einkaufen ging es dann trotz aller Attraktionen (Marketingleute, die auf die Idee kommen, in einem Shoppingcenter animierte Häschenfiguren aufzustellen, gehören in die Wüste, auf den Mond, oder dorthin, wo der Pfeffer wächst.), doch auf dem Rückweg wieder das gleiche Spiel, auf dem Weg zum Kinderturnen, vom Kinderturnen zurück - ich kann mich eigentlich nur noch daran erinnern, daß ich heute ständig gemotzt habe, daß das Kind getrödelt hat.

Am Abend dann, als er, statt sich endlich (nach Aufforderung) die Schlafanzughose anzuziehen, auf dem Bett herumgehüpft ist, obwohl er wußte, daß ich auf 180 war, ist mir der Kragen geplatzt. Konsequenz: Ab ins Bett ohne Vorlesen. Ich konnte wirklich nicht mehr, ich war nur noch wütend und wollte nur noch meine Ruhe haben.

Und jetzt fühle ich mich wie die schlechteste Mutter der Welt und frage mich, ob ich nicht einfach zu viel drängele. Aber ich schwöre: morgen noch mal so eine Nummer und er geht im Schlafanzug in den Kindergarten.

Bin ich FROH, daß der Mann morgen wieder da ist, momentan sind meine Nerven gerade ein wenig dünn - ich weiß ja auch, daß ich mehr schlafen sollte, aber...

Kommentare:

claudia hat gesagt…

das kenn' ich nur zu gut, die trödelei. mein töchterchen trödelt seit der geburt bzw. schon davor (sie kam eine woche später als erwartet), und hat sich in den letzten 16 jahren nicht geändert...
ich wünsch' dir nerven wie kruppstahl! :o)

Susi Sonnenschein hat gesagt…

Naja, normalerweise kann ich gelassen darüber hinwegsehen. Aber gestern...so Tage muß es, fürchte ich, auch geben.

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